Foto: Porsche
Der Porsche Taycan - Spannung liegt an!
Ein E-Auto mit der Typ-Bezeichnung „Turbo“, Die Werbung beim Super-Bowl, über kaum ein anderes Auto wird
beziehungsweise wurde mehr gesprochen.
Was war denn da bei Porsche los?! Ein E-Auto mit der Typbezeichnung „Turbo“?
In sozialen Netzwerken ging die Post ab, Diskussionen, Meinungen, virtuelles Kopfschütteln, die komplette Bandbreite der Entrüstung und alles nur, weil
das Porsche Kultbauteil „Turbo“ als Modellbezeichnung auf dem Taycan klebt? Viel schlimmer noch, ein besonderer Buchstabe stand da neben dem „Turbo“
auf dem Kofferdeckel des Taycan, ein „S“.
Es wäre gerechtfertigt, den Werbespruch einer Zigarettenmarke aus den 1970er Jahren zu bemühen „Wer wird denn da gleich in die Luft gehen“.
Der Porsche 911 Turbo S ist DER Porsche unter den Porsche Modellen und dann bekommt so ein Strom-Auto den Namen von der Ikone, dem 911? Selbst
die Motorpresse stellte die Frage nach dem Sinn der Modellbezeichnung.
Kann es sein, dass Porsche das Aufsehen um den Namen wollte, mindestens eingeplant hat?
Die Zuffenhausener erklärten die Namensgebung „Turbo S“ damit, dass die Leistungs- und Fahrwerte des Taycan denen des 911 Turbo S entsprechen. Dem
ist auch so, allerdings gibt es kaum ein anderes Auto, das kurz nach der Präsentation in der Öffentlichkeit diesen Bekanntheitsgrad hatte.
Porsche Taycan Werbung in den USA, in einer Pause des Finales im American Football, dem „Super Bowl“.
10.000.000 Euro – in Worten: Zehn Millionen Euro – hat Porsche an US-Amerikanische Fernsehsender überwiesen, damit ein 30 Sekunden Werbespot in der
Spielpause des „Super Bowl“ ausgestrahlt wurde. Ist das eine neue Dimension an Geldverschwendung?
Welche zwei Mannschaften haben da eigentlich gespielt? Wer hat gewonnen? Das wissen wenige, viele wissen hingegen, für wie viel Geld Porsche sich in
den USA beworben hat. Nicht zuletzt daher, weil über diese Werbung in vielen Medien berichtet wurde.
Rückblickend liegt die Vermutung nahe, dass das eine preiswerte Werbekampagne war. Hätte Porsche je eine Anzeige in all den Medien geschaltet, die über
die „American Football - Super Bowl-Werbung“ von Porsche berichtet haben, dann wäre das in der Summe möglicherweise teurer geworden.
Der Taycan ist bekannt, wie ein bunter Hund und das Image des E-Autos ist gut.
Da war doch noch was, neben dem Gesprächsstoff, den Porsche geliefert hat. Das Auto selbst, der Porsche Taycan. Der Taycan „Turbo“, „Turbo S“ und als
dritten im Bunde den „4 S“ - wohl gemerkt, alle drei Varianten sind E-Autos und nur, um es nochmal klar zu stellen: Der einzige Turbo, der in einem Taycan
sein kann, ist ein Turbo, der im Kofferraum liegt, weil er von rechts nach links transportiert werden soll.
Ein Turbolader ist ein „Schaufelrad“, das von Motorabgasen angetrieben wird, um über eine Welle ein zweites „Schaufelrad“ anzutreiben, das Frischluft
Richtung Verbrennungsmotor presst – Der Porsche Taycan hat zwei E-Motoren, keinen Verbrennungsmotor.
Spannung liegt an - Der Porsche Taycan mit 800 Volt-Systemspannung
Der Porsche Taycan ist das erste Serienfahrzeug, das mit 800 Volt-Systemspannung
aufwartet.
Warum ein 800 Volt und kein 400 Volt System, wie es die meisten anderen E-Auto
Hersteller einsetzen?
Der Stromfluss ist bei 800 Volt höher als bei 400 Volt, Performance relevante Aggregate
können schneller mit Strom versorgt werden, das lässt vermuten, dass Porsche für
zukünftige Modelle einen Grundstein legt, der das Herz bei Sportwagen-Begeisterten
höherschlagen lassen soll.
Bei aller Hochspannung für den Vortrieb liegen im Fahrgastraum, wie bei einem
„Verbrenner“ 12 Volt an. Es gibt kein Problem, wenn man sein Smartphone, oder
ähnliches, mit Strom versorgen möchte.
Für die aktuellen Taycan E-Autos bedeuten 800 Volt in erster Linie „schnelles Tanken“.
Laut Porsche lädt das E-Auto, an einer Schnelllade-Station, zum Beispiel an einer
Autobahn, in knapp 23 Minuten, mit bis zu 270 kW, den Bordakku des Taycan auf.
Das Laden an der heimischen Porsche-Wallbox ist in sechs bis acht Stunden vollzogen. Die Zeitspanne erklärt sich durch den „Blackout-Schutz“ der Porsche-
Wallbox. Diese erkennt die Last, also die aktiven Stromverbraucher, im Hausnetz und regelt die maximale Ladeleistung von 11 kW runter, um eine
Schutzschaltung der Sicherung zu vermeiden – dadurch verlängert sich die Ladezeit für den Taycan.
Porsche E-Auto-Fahrern, womit zur Zeit der Taycan-Fahrer angesprochen ist, wird der Porsche-Charging-Service, für drei Jahre inklusive, zur Verfügung
gestellt. Mit dieser Smartphone-App lassen sich unter anderem, Routen, in denen Strom-Ladepunkte und die Lade-Zeit berücksichtig werden, planen, sowie
Fahrzeug-Informationen, Batterie-Status sowie „Echtzeit-Informationen“ zu Ladepunkten, als auch die Abrechnung an Ladestationen durchführen.
Taycan fahren – geht´s um Reichweite oder Fahrspaß
Der Taycan bietet fünf Fahrmodi, die der Fahrer wählen kann. Die höchste Reichweite hat das E-Auto in dem Fahr-Modus „Range“. Von den beiden Achsen
wird nur eine Achse angetrieben, die Luftleitkörper und Fahrwerk stellen sich auf „Effizienz“ und die Assistenzsysteme stellen sich auf „wir haben es nicht
eilig“, der Taycan hat eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h.
Im „Normal-Modus“ sind alle Systeme auf Normal eingestellt – Beschreibung fertig.
Modus Sport und Sport Plus. Der Taycan ist bereit, wofür er gebaut wurde. Die Kühlung für das 800 Volt System geht in erhöhte Leistung, Die
Assistenzsysteme haben ein schnelleres Ansprechverhalten und das Fahrwerk reagiert entsprechend sportlich. Wird der „Drive-Mode“-Knopf nun noch eine
Raste nach rechts gedreht, dann liegt „Sport Plus“ an. Alle Systeme sind auf „Performance“ eingestellt. Das Fahrwerk senkt sich ab, die Batterie- und
Antriebsstrang-Kühlung steht auf Maximum der Luftleitkörper steht auf „drück mich auf den Asphalt“.
Ohne den Taycan gefahren zu haben wirkt es doch so, als wäre der Taycan der Porsche unter den E-Autos.
Bildergalerie: Porsche Taycan
Fotos: Porsche